Die Forschungsbereiche des Zentrums erstrecken sich über derzeit acht Felder: beginnend mit Untersuchungen zu Verräumlichungsprozessen bis hin zu Fragestellungen zum internationalen Unternehmertum. Es werden Aspekte globaler Gesundheitspolitik erforscht, ebenso wie die Vielfalt der Konstellationen zwischen Religion und Säkularität. Transregionale Studien, nichtwestliche Wissensgesellschaften, Migrationsregimes und Integrationspolitiken sowie Populismus und Globalisierungskritik gehören ebenfalls zu den Forschungsfeldern von ReCentGlobe.

Die Acht Forschungsbereiche des Zentrums

ReCentGlobe betreibt Grundlagenforschung zu historischen und gegenwärtigen Globalisierungsprojekten und bietet Praxis und Politik vielfältiges Orientierungswissen und darauf aufbauende Beratung zum Umgang mit gesellschaftlichen Krisenherden. In derzeit acht Forschungsbereichen bündeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Arbeit:

Der Forschungsbereich "Neuverräumlichung der Welt" untersucht, wie sich Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen wandeln, wie sie neue Raumformate hervorbringen und bestehende modifizieren sowie zu Raumordnungen integrieren. Das im SFB 1199 entwickelte Konzept der Neuverräumlichung der Welt gestattet:

  • Arenen und Momente systematisch zu untersuchen, in denen Globalisierungsprojekte aufeinanderstoßen
  • die neuere Globalgeschichte zu begreifen als einen Wechsel von Entgrenzungsprozessen und von Versuchen, wieder räumliche Kontrolle über diese Tendenzen zu erlangen.

Der Forschungsbereich "Transregionale Studien" beobachtet die wachsende Bedeutung transregionaler Verflechtungen beim Umgang mit zentralen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie Klimawandel, Gesundheitspolitik, gewaltsame Konflikte und Konfliktregulierung sowie Migration und Flucht. Der Niedergang des internationalen Prinzips des Multilaterialismus führt zu einer Intensivierung transregionaler Konstellationen in der Global Governance.

Im Forschungsbereich "Religion und Säkularität" wird die Vielfalt der Konstellationen zwischen Religion und Säkularität weltweit untersucht, die sich weder in der These von einer Ablösung der Religionen durch Säkularität in der Moderne noch in der Gegenthese von einer Rückkehr des Religiösen erschöpft. Entsprechend des in der Kollegforschungsgruppe "Multiple Secularities" formulierten Ansatzes werden historische und gegenwärtige Konfigurationen jeweils in ihrem regionalen Kontext analysiert und beschrieben.

Internationale Migration wird als Folge, Begleiterscheinung und Auslöser mit Globalisierung assoziiert. Die Zunahme der Transportkapazitäten und -geschwindigkeiten sowie die Digitalisierung der Kommunikation haben ihr einen neuen Schub verliehen, aber auch die Vielfalt und Heterogenität globalisierter Wanderung und Flucht weiter ausgeprägt. Transnationale Migration und die Idee postmigrantischer Gesellschaften stellt das klassische Denken in nationalen Grenzen in Frage und ist eng mit Inklusions- und Exklusionsprozessen an wechselnden Orten verbunden. Wie Staaten und Gesellschaften Migration konzeptualisieren, regulieren, wann und wie sie Zuwanderung problematisieren und welche Vorstellungen von Integration sie als Antwort entwickeln, wird im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt untersucht.

Vorstellungen von Gesundheit werden heute in populären wie auch wissenschaftlichen Diskursen zunehmend entgrenzt. Gesundheit wird dabei nicht lediglich als ein durch kurative Praktiken herzustellender Normalzustand angesehen, sondern schließt Praktiken ein, die auf die Selbstoptimierung von Körper, Seele und menschlichen Fähigkeiten abzielen. Der Forschungsbereich "Globale Gesundheitspolitik" fragt nach den Effekten dieser Tendenzen wie nach den Folgen der zunehmend globalen Organisation von Gesundheitspolitik.

Der Forschungsbereich fragt, ob die aktuellen Verflechtungen verschiedener Weltregionen zur Herausbildung einer globalen „Wissensgesellschaft“ führen oder ob es zu einer neuen Segmentierung kommt, in der lokales Wissen und seine Rahmung durch regional spezifische Wissensordnungen ebenso an Bedeutung gewinnt wie die Unterschiede in den Praktiken der Wissenserzeugung, der Wissenszirkulation und der Wissensanwendung.

Der gegenwärtig große Aufmerksamkeit genießende (Rechts-)Populismus greift zahlreiche globalisierungskritische Argumente unterschiedlicher Provenienz auf, verbindet sich mit geopolitischen Vorstellungen großer Mächte, die nationalstaatliche Souveränität und teilweise zugespitzten Nationalismus mit einer Politik globaler Verflechtung ausschließlich zum eigenen Vorteil verbinden. Der Forschungsbereich "Populismus und Globalisierungskritik" untersucht die historischen Wurzeln und regionalen Ausprägungen sowie die Gründe für die Mobilisierungsfähigkeit des heutigen Populismus.

Wichtiger Teil des FB ist das Leipziger Teilinstitut des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), in dem sozial-, kultur-, regional- und geschichtswissenschaftliche Zugänge kombiniert werden, um den sich wandelnden Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenhalts im regionalen, nationalen, europäischen und weltweiten Vergleich auf die Spur zu kommen.

Der Forschungsbereich "Ökonomien des Globalen Südens" konzentriert seine Forschungen auf die Rolle von Klein- und mittelständischen Unternehmen in sich entwickelnden Ökonomien des Globalen Südens. Er fragt nach der Vorbildrolle des deutschen Mittelstands für die Positionierung von Unternehmensstrategien in transregionalen und transnationalen Waren- und Wertschöpfungsketten. Dabei integriert er die Erfahrungen, die in zahlreichen Anwendungsforschungen gesammelt wurden.

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